Pädagogik nach Dachau

Ingeborg Müller-Hohagen

 

Ein kleiner Junge interessiert sich schon mit fünf Jahren für Lesen, Rechnen und Schreiben. Er kann es kaum erwarten, in die Schule zu kommen. Er wühlt sich durch die Bücher seines älteren Freundes.
Als er in die Schule kommt, langweilt er sich bald und fragt dann die Lehrerin: "Wann lernen wir denn die Sachen, die ich noch nicht kann?" "Warte ab", antwortet die Lehrerin. "So weit sind wir noch nicht. Das kommt später."

Der Junge nimmt seine Schultasche und verlässt den Klassenraum mit den Worten: "Ich gehe jetzt heim und komme erst wieder, wenn ihr so weit seid!"

Eine wahre Geschichte.
Sie ereignete sich 1932.
Dieser Junge war seiner Zeit auch für die Verhältnisse in der relativ liberalen Weimarer Republik etwas voraus.
Ab 1933 herrschte dann wieder voll und ganz das autoritäre Muster: "Alle im Gleichschritt!"

Es gehört zu den Grundeinsichten des Dachau Institut Psychologie & Pädagogik, dass wir bis heute von diesem Strukturen noch stärker geprägt sind, als wir üblicherweise meinen.

 

Zu folgenden Themen sind Seiten in Vorbereitung:

  • Untergründiges Weiterwirken brauner Pädagogik
  • Dauerkrise Pädagogik
  • Sackgasse Gewalt
  • Alle reden vom Frieden
  • Wahrnehmen des Anderen
  • Räume der Begegnung
  • Auf dem Wege zu einer partizipativen Pädagogik
  • Lernen im Schatten von Dachau